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Das 1. Quartal 2022 - Marktrückblick

CAPITOL Quarterly Market Review 01.01.2022 bis 31.03.2022


Wie haben sich im zurückliegenden 1. Quartal 2022 die internationalen Kapitalmärkte entwickelt? Mit nachfolgenden Übersichten oder Video-Beitrag können Sie sich einen Überblick über die vergangene Kapitalmarktentwicklung verschaffen.


Dabei nehmen wir sowohl eine kurzfristige wie auch eine langfristige Perspektive ein.


Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen



Marktüberblick - Entwicklungsverlauf


Abbildung (1): Das 1. Quartal 2022 im Kontext der letzten 12 Monate (netto Div. reinvestiert, Euro) Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen

Gleich nach dem Jahreswechsel kam es zu einem Stimmungswechsel an den Aktienmärkten. Verantwortlich für die Korrektur war hauptsächlich ein dynamischer Anstieg der Inflation in den USA und Europa. Das Risiko, dass die amerikanische Zentralbank die Leitzinsen deshalb stärker anheben muss als geplant, was die Wachstumsaussichten von Unternehmen im Allgemeinen eintrübt, hat in der Folge vor allem am amerikanischen Aktienmarkt zu kräftigen Kursverlusten geführt.


Für zusätzliche Verunsicherung sorgte dann die konfliktsuchende Kommunikation von Staatspräsident Putin hinsichtlich der Ukraine und letztlich seine völkerrechtswidrige Anerkennung der beiden Separatistengebiete Donezk und Luhansk. Was zunächst vermeidbar und undenkbar schien, wurde dann allerdings traurige Realität: Der Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine und der Beginn des russischen Angriffskrieges am 24. Februar.


Die Ereignisse sind seitdem für die Ukrainer dramatisch und auch für uns nur schwer zu ertragen. Die Aktienmärkte reagierten jedoch weitestgehend neutral auf die Kriegshandlungen, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft insgesamt als gering eingestuft wurden.


Als die amerikanische Zentralbank signalisierte, dass sie bereit ist, die Inflation notfalls auch mit starken Zinserhöhungen zu bekämpfen, beruhigten sich die Märkte wieder und insbesondere die amerikanischen Aktienmärkte reagierten dann mit einer ausgeprägten Gegenbewegung.


Insgesamt verzeichnete das 1. Quartal ein negatives Gesamtergebnis von 3,38%. Es war damit das erste negative Quartal seit dem Corona-Crash zu Beginn des Jahres 2020. Das Minus fiel dennoch nicht sehr hoch aus, wenn man in der Rückschau die Nachrichtenlage berücksichtigt.


Marktüberblick - Ergebnisse


Abbildung (2): Aktien-/Anleihen-Indexrenditen IMI, 1. Quartal 2022 (netto Div. reinvestiert, Euro) Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Die Aktien Nordamerikas verzeichneten im 1. Quartal durchschnittlich ein Minus von 2,81%. Aktien Europa ein Minus von 5,86%. Die Aktien der entwickelten Märkte Asiens verzeichneten ein Minus von 1,28%. Insgesamt verloren die Aktien der Entwickelten Märkte - also Nordamerikas, Europas und Asiens - jeweils gewichtet nach Marktkapitalisierung - im Schnitt 3,23%. Die Aktien der Schwellen Märkte verloren 4,59%.

Der globale Aktienmarkt, das heißt die Aktien der Entwickelten Märkte und der Schwellen Märkte gewichtet nach Marktkapitalisierung, verzeichneten insgesamt ein Minus von 3,38%.


Am Anleihemarkt waren die Renditen ebenfalls negativ. Die Marktteilnehmer haben hier - vor dem Hintergrund der hohen Inflationsentwicklung und Inflationserwartung - eine Verschärfung der Geldpolitik durch stärkere Erhöhung der Basiszinsen in den nächsten Monaten weiter eingepreist. Wobei Anleihen von Emittenten mit geringerer Bonität höhere Kursverluste erlitten als Anleihen von Emittenten mit sehr guter Bonität.


Globale Unternehmensanleihen verloren entsprechend im ersten Quartal im Schnitt 3,93%. Mit minus 2,64% verloren globale Staatsanleihen ebenfalls stark. Deutsche Staatsanleihen, die über die höchste Bonitätseinstufung verfügen, verzeichneten dagegen ein Minus von 1,88%.


Die Entwickelten Märkte im Einzelnen


Abbildung (3): Aktien-Indexrenditen Entwickelte Märkte IMI, Ergebnisse 1. Quartal 2022 versus 4. Quartal 2021. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Der Aktienmarkt Australien verzeichnete mit plus 8,2%, gefolgt von den Aktienmärkten Norwegen mit 7,6% und Kanada mit 7,1%, die höchsten Wertzuwächse. Verluste verzeichneten dagegen im abgelaufenen Quartal die Aktienmärkte Irland, Niederlande und Österreich.


Durchschnittlich und unter Berücksichtigung der jeweiligen Anteile der Einzelländer an der Marktkapitalisierung erzielten die Entwickelten Märkte ein negatives Quartalsergebnis von 3,23% (siehe auch Abbildung 2).

Die Schwellen Märkte im Einzelnen


Abbildung (4): Aktien-Indexrenditen Schwellenmärkte IMI, Ergebnisse 1. Quartal 2022 versus 4. Quartal 2021, Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen

Peru mit 37,6%, Brasilien mit 37,1% und Kolumbien mit 32,8% erreichten positive Quartalsergebnisse.

Kursverluste zeigten dagegen Ägypten mit minus 19,4%, Ungarn mit minus 16,9% sowie China mit minus 12,4%.


Da der russische Aktienmarkt spätestens nach Kriegsbeginn nicht mehr den Anforderungen an einen international frei zugänglichen und uneingeschränkt liquiden Aktienmarkt erfüllte, wurde der russische Aktienmarkt aus den entsprechenden Marktindizes herausgenommen und bleibt auch bis auf weiters unberücksichtigt.


Durchschnittlich und unter Berücksichtigung der jeweiligen Anteile der Einzelländer an der Marktkapitalisierung erzielten die Schwellen Märkte ein Quartalsergebnis von minus 4,59% (siehe auch Abbildung 2).


Die Entwickelten Märkte und Schwellenmärkte


In einem einzelnen Quartal oder einzelnen Jahr kann der Unterschied zwischen der Rendite des Landes mit der höchsten Wertentwicklung und der Rendite des Landes mit der niedrigsten Wertentwicklung drastisch sein.

Beide Grafiken „Aktien-Indexrenditen Entwickelte Märkte (Abb. 3)“ und „Aktien-Indexrenditen Schwellenmärkte (Abb. 4)“ verdeutlichen, wie wichtig eine breite, kontinuierliche Länderdiversifikation ist und mit welchen Risiken eine selektive, konzentrierte Länderauswahl verbunden sein kann.


Die Grafiken zeigen zudem, inwiefern die einzelnen Länder zum Quartalsgesamtergebnis (positiv oder negativ) beigetragen haben.

Anhand der Grafiken ist jedoch nicht nur die Entwicklung der einzelnen Märkte bzw. Länder sowie die Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Ländern zu erkennen, sondern auch die Zufälligkeit der jeweiligen Renditen. So kann aus dem Vergleich „aktuelles Quartal versus Vorquartal“ keinerlei Entwicklungsmuster abgeleitet werden. Wie auch schon aus den zahlreichen anderen Quartalsvergleichen der letzten Jahre zeigt sich: Spitzenreiter, Verlierer und Zwischenpositionen wechseln ständig und unvorhersehbar.

Dieser Beweis für die Zufälligkeit der globalen Aktienrenditen ist jedoch keine schlechte Nachricht. Mit einem global diversifizierten Ansatz können im Laufe der Zeit verlässlichere Ergebnisse mit geringerem Risiko erreicht werden als mit fokussierten Anlagen auf einzelne Länder.

Als Anleger mit einem CAPITOL Investmentplan sind Sie dementsprechend in tausende unterschiedliche Wertpapiere in allen dargestellten Ländern nach festgelegten Kriterien vertreten und können so von den positiven Effekten einer umfassenden internationalen Diversifikation profitieren.



Die Renditefaktoren (Renditequellen) im Einzelnen

Bei der Betrachtung der internationalen Kapitalmärkte sind nicht nur länderbezogene Aspekte von Bedeutung. Vielmehr spielen auch Aspekte wie z. B. Unternehmensgröße (Groß-Unternehmen versus Klein-Unternehmen) und Unternehmenswert (Growth versus Value) eine wichtige Rolle.


Um einen Eindruck davon zu gewinnen, woraus sich die Rendite des Aktienmarktes im Wesentlichen zusammensetzt (Faktoren, Renditequellen), haben wir die nachfolgende Übersicht erstellt, die die einzelnen Renditefaktoren bezogen auf das Berichtsquartal und das Vorquartal aufzeigt:


Abbildung (5): Faktorbezogene Aktien-/Anleihen-Indexrenditen, Ergebnisse 1. Quartal 2022 versus 4. Quartal 2021. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen Erläuterungen


In den entwickelten Märkten verzeichneten Kleinunternehmen mit einem Minus von 4,44% eine geringere Wertentwicklung als Groß-Unternehmen mit einem Minus von 3,06%. Bei den Schwellenmärkten dagegen entwickelten sich die Klein-Unternehmen mit Minus 2,22% besser als die Gruppe der Großunternehmen, die im Schnitt ein Minus von 4,92% verzeichneten.


Damit fielen die Renditedifferenzen bezüglich der Unternehmensgröße im vergangen Quartal nicht besonders hoch aus. So betrug die Renditedifferenz zwischen den Groß und Kleinunternehmen in den Entwickelten Märkten rund 1,38%-Punkte und in den Schwellenmärkten rund 2,70%-Punkte.


Bezüglich der relativen Unternehmenswerte verzeichneten die Wachstums- bzw. Growth-Unternehmen in den Entwickelten Märkten eine negative Rendite von Minus 7,65%. Bei den Value-Unternehmen bzw. den Unternehmen mit niedrigen relativen Preisen lag dagegen die Rendite mit Plus 1,54% sogar im positiven Bereich. Bei den Wachstumsunternehmen der Schwellenmärkte lag die durchschnittliche Entwicklung bei minus 8,29% und bei den Value-Unternehmen dagegen lediglich bei minus 1,29%.


Insgesamt fielen die Renditedifferenzen damit sehr hoch aus. So lagen die Renditeunterscheide bei den Entwickelten Märkten zwischen Growth und Value-Unternehmen bei rund 9,19%-Punkten sowie bei den Schwellenmärkten bei rund 7,00%-Punkten.


Im Vergleich entwickelten sich die Growth-Unternehmen der Schwellen Märte im 1. Quartal am schlechtesten, die Value-Unternehmen der Entwickelten Märkte dagegen am besten.


Im Vorquartal verzeichneten noch die Growth-Unternehmen der Entwickelten Märkte die beste Wertveränderung; die schlechteste Wertveränderung lag im Vorquartal bei den Groß-Unternehmen der Schwellenmärkte.


Unabhängig von den tatsächlichen Renditedifferenzen zwischen den einzelnen Renditequellen, lässt die vorstehende Grafik erkennen, wie wichtig neben einer breiten Länderdiversifikation auch eine umfassende Streuung über unterschiedliche Renditefaktoren wie Groß- und Klein-Unternehmen und Growth- und Value-Unternehmen ist.


Solche Faktoren bzw. Renditequellen und deren Gewichtung innerhalb eines Portfolios können wesentlich dessen Gesamtrendite bestimmen.


Anleger mit einem CAPITOL Investmentplan sind dementsprechend an Anlagen beteiligt, die alle Renditequellen berücksichtigen. Damit kann langfristig nicht nur der Diversifikationsgrad der Depotanlagen verbessert beziehungsweise erhöht werden, sondern es besteht zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das langfristige Renditepotenzial ohne Spekulation verbessert wird.


Das 1. Quartal 2022 im Kontext der Quartale seit dem Jahr 1999

Abbildung (6): Die Quartalsergebnisse des globalen Aktienmarktes seit 1. Januar 1999. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Im langfristigen Kontext der vergangenen Quartalsergebnisse seit 1999 erhöht sich mit dem 1. Quartal 2022 - erstmalig nach längerer Zeit - die Anzahl der negativen Quartale von 31 auf nunmehr insgesamt 32. Dennoch überwieget die Summe der positiven Quartale mit insgesamt 61 die der negativen Quartale von jetzt 32 weiterhin deutlich, was Ausdruck für die langfristig positive Entwicklung an den internationalen Aktienmärkten ist.



Das 1. Quartal 2022 im Kontext der letzten rund 47 Jahre seit 1975

Die meisten unserer Kunden wählen die internationalen Kapitalmärkte als ihre wichtigste Anlageoption - und erfreulicherweise belohnen die Kapitalmärkte langfristig orientierte Anleger mit guten Ergebnissen. Die Märkte repräsentieren eine Form der freien Marktwirtschaft - und in der Vergangenheit lieferten freie Märkte langfristige Renditen, welche die Inflation mehr als ausglichen.


Dies wird in der nachfolgenden Abbildung 7 veranschaulicht, in der wir die Wertentwicklung des globalen Aktienmarktes und kurzfristiger deutscher Geldmarktanlagen (3-Monatsgelder) sowie die Inflationsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1975 bis zum Ende des 1. Quartals 2022 darstellen.


Abbildung (7): Das 1. Quartal 2022 im Kontext der letzten 47 Jahre - die langfristige Perspektive -. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Diese Daten spiegeln die positive Wirkung von Aktien bei der langfristigen Generierung von Wohlstand und Vermögen wider. Dennoch sollte jeder im Blick haben, dass die internationalen Kapitalmärkte Risiken in sich bergen und, dass sich historische Ergebnisse in der Zukunft möglicherweise nicht wiederholen. Nichtsdestotrotz gestaltet der Kapitalmarkt laufend Wertpapierpreise, welche die zukünftigen positiven Renditeerwartungen reflektieren, denn sonst würden Anleger ihr Kapital nicht in Aktien anlegen.

Sprechen Sie uns gerne jederzeit an, wenn Sie Details zu Ihren Vermögensanlagen (Portfoliodesign) wünschen - zu Struktur, Ausrichtung und Risikoprofil - oder mehr über die Möglichkeiten zur Gestaltung von Wertpapierportfolios erfahren möchten.


Haben Sie Fragen zu dieser Ausarbeitung? Sie möchten ebenfalls einen Investmentplan für Ihr Vermögen entwickeln? Sprechen Sie uns gerne an.

 

Risikohinweise


Jede Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Kapitalanlage kann fallen oder steigen und kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Weder vergangene Wertentwicklungen noch Simulationen oder Prognosen haben eine verlässliche Aussagekraft über zukünftige Wertentwicklungen. Es gibt keine Garantie dafür, das Anlagestrategien funktionieren. Bitte beachten Sie hierzu ergänzend unsere allgemeinen Risikohinweise.

 

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