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Das 2. Quartal 2019 - Marktrückblick

CAPITOL Quarterly Market Review 01.04.2019 bis 30.06.2019


Wie haben sich im zurückliegenden 2. Quartal 2019 die internationalen Kapitalmärkte entwickelt? Mit nachfolgenden Übersichten können Sie sich einen schnellen Überblick über die vergangene Kapitalmarktentwicklung verschaffen.


Dabei nehmen wir sowohl eine kurzfristige wie auch eine langfristige Perspektive ein.



Marktüberblick


Im 2. Quartal 2019 sorgte vor allem der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt für Unsicherheit und für ein Auf und Ab der Aktienmärkte. Zudem wurde zunehmend das Fortbestehen einer weiterhin starken Weltkonjunktur in Frage gestellt. Weil die wichtigsten Notenbanken eine Lockerung ihrer Geldpolitik in Aussicht stellten, überwogen sowohl an den internationalen Aktien- wie Rentenmärkten letztlich Kursgewinne.


Abbildung (1): Aktien-/Anleihen-Indexrenditen IMI, zweites Quartal 2019 (netto Div., Euro) Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Während Aktien der entwickelten Märkte (23 Länder) den Berichtszeitraum mit durchschnittlich plus 1,06% abschlossen, verzeichneten Aktien der Schwellenmärkte (24 Länder) mit durchschnittlich minus 2,15% ein negatives Ergebnis. Deutsche Aktien konnten im Berichtsquartal mit einem Plus von 3,86% deutlich besser abschneiden als die entwickelten Märkte und Schwellenmärkte.


Deutsche Staatsanleihen, globale Staatsanleihen sowie globale Unternehmensanleihen (jeweils mit einer Anleihenrestlaufzeit von 1 bis 5 Jahren) schlossen dagegen das 2. Quartal 2019 insgesamt mit einem Plus ab, wobei – wie schon im Vorquartal – die Unternehmensanleihen ein höheres Ergebnis erzielten als die als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen.


Jedes gut strukturierte Wertpapierportfolio setzt sich im Wesentlichen aus den beiden Hauptanlageklassen Aktien und Anleihen zusammen; wobei Aktien langfristig höhere Erträge bzw. Renditen versprechen als Anleihen. Je nach Gewichtung dieser Anlageklassen im Gesamtdepot wird letztlich dessen Gesamtrendite bzw. das mit dem Portfolio verbundene Risiko bestimmt.


Vorstehende Abbildung 1 zeigt, welchen Beitrag die aufgeführten Anlageklassen im vergangenen Quartal zur Portfoliorendite geleistet haben. Deutsche Aktien und Anleihen sind hier explizit mit aufgenommen, da viele Anleger ein besonderes Interesse an Informationen zur Wertentwicklung ihres Heimatmarktes Deutschland zeigen.


Die entwickelten Märkte im Einzelnen


Abbildung (2): Aktien-Indexrenditen entwickelte Märkte, Ergebnisse 1. Quartal 2019 versus 2. Quartal 2019. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Deutsche Unternehmen bzw. Aktien erfreuten mit einer durchschnittlichen Wertentwicklung von rund +3,90% und wurden nur noch von Aktien Schweiz mit +6,30% sowie Aktien Australien mit rund +4,20% übertroffen. Im Gegensatz zum 1. Quartal 2019 zeigten die einzelnen Länder der entwickelten Märkte ein sehr uneinheitliches Bild. So gab es zahlreiche Länder auch mit einer negativen Entwicklung.


Während Hong Kong noch im letzten Quartal mit plus 17,30% als Spitzenreiter die Renditeliste der Länder der entwickelten Märkte anführte, bildete das Land im 2. Quartal mit minus 3,0% das Schlusslicht, dicht gefolgt von Aktien Finnland und Aktien Großbritannien.


Die 12 Länder mit positiven Quartalsergebnis – wie unter anderem auch Singapur, Frankreich, Niederlande und Neuseeland – konnten die negative Entwicklung der weiteren 11 Länder – wie zum Beispiel Norwegen, Japan und Israel – mehr als kompensieren, so dass insgesamt die entwickelten Märke das Quartal mit einem Plus von 1,06% abschlossen.


Die Schwellenmärkte im Einzelnen


Abbildung (3): Aktien-Indexrenditen Schwellenmärkte, Ergebnisse 1. Quartal 2019 versus 2. Quartal 2019. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen

Im Gegensatz zum 1. Quartal 2019 verzeichneten die Schwellenmärkte im 2. Quartal 2019 mit durchschnittlich minus 2,15% ein negatives Ergebnis. Hauptsächlich beeinflussten Aktien Pakistan mit einem Minus von rund 21,80%, gefolgt von Chile mit minus 7,20% und China mit minus 6,80% das Gesamtergebnis der Aktien der Schwellenmärkte negativ.


Kolumbien, das Land mit der höchsten Wertentwicklung von rund +27,70% im 1. Quartal, verzeichnete im vergangenen Quartal mit minus 4,30% ebenfalls Verluste.

Unter den Märkten mit der höchsten positiven Entwicklung waren dieses Mal Griechenland (+18,40%), Russland (+13,40%) und Thailand (+7,60%) zu finden. Deutlich positive Renditen konnten auch Brasilien (+4,80%) und die Philippinen (+3,70%) erreichen.


Die 11 Schwellenmärkte mit einem positiven Quartalsergebnis – wie unter anderem auch Indonesien und Südafrika – konnten die teils kräftigen negativen Entwicklungen der weiteren 12 Schwellenmärkte nicht kompensieren, so dass die Schwellenmärkte das Quartal mit minus 2,15% abschlossen. Im 1. Quartal 2019 konnte hier noch ein Plus von rund 11,63% verbucht werden.


Entwickelte Märkte und Schwellenmärkte


In einem einzelnen Jahr kann der Unterschied zwischen der Rendite des Landes mit der höchsten Wertentwicklung und der Rendite des Landes mit der niedrigsten Wertentwicklung drastisch sein. Bei den entwickelten Märkten lag der Unterschied zwischen der besten und der schlechtesten Wertentwicklung über die letzten 20 Jahre in einem Bereich von z. B. 25% im Jahr 2018, bis hin zu ganzen 78% im Jahr 2009. In den Schwellenmärkten sind die Unterschiede noch ausgeprägter. Sie reichen von z. B. 37% im Jahr 2013 bis zu 184% im Jahr 2005. Tatsächlich hat der Unterschied in den Schwellenmärkten in einigen Jahren die 100% Marke überschritten.


Die Renditespannen zwischen dem Land mit der höchsten Wertentwicklung und dem Land mit der niedrigsten Wertentwicklung im aktuellen 2. Quartal 2019 lag bei den entwickelten Märkten mit rund 9,30% (Schweiz versus Hong Kong) und bei den Schwellenmärkten mit rund 40,80% (Griechenland versus Pakistan) im normalen Bereich.

Beide Grafiken „Aktien-Indexrenditen Entwickelte Märkte (Abb. 2)“ und „Aktien-Indexrenditen Schwellenmärkte (Abb. 3)“ verdeutlichen, wie wichtig eine breite, kontinuierliche Länderdiversifikation ist und mit welchen Risiken eine selektive, konzentrierte Länderauswahl verbunden sein kann. Die Grafiken zeigen zudem, inwiefern die einzelnen Länder zum Quartalsgesamtergebnis (positiv oder negativ) beigetragen haben.


Die Grafiken zeigen jedoch nicht nur die Entwicklung der einzelnen Märkte bzw. Länder sowie die Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Ländern auf, sondern auch die Zufälligkeit der jeweiligen Renditen. So lässt sich aus dem Vergleich „aktuelles Quartal versus Vorquartal“ keinerlei Entwicklungsmuster erkennen. Wie auch schon aus den zahlreichen anderen Quartalsvergleichen der letzten Jahre zeigt sich: Spitzenreiter, Verlierer und Zwischenpositionen wechseln ständig und unvorhersehbar.


Dieser Beweis für die Zufälligkeit der globalen Aktienrenditen ist jedoch keine schlechte Nachricht. Ein global diversifizierter Ansatz kann im Laufe der Zeit verlässlichere Ergebnisse mit geringerem Risiko erzielen, als fokussierte Anlagen in einzelne Länder. Dies kann Anleger dabei unterstützen, ihre langfristigen Ziele durch alle Arten von Märkten hindurch zu verfolgen.


Anstatt zu versuchen, vorherzusagen, welches Land (Markt) wann eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erzielen wird, sind Anleger, die sich für ein gut strukturiertes, global diversifiziertes Portfolio entschieden haben, besser positioniert, um die Wertentwicklung der globalen Aktienmärkte zu erfassen, unabhängig davon, wo und wann diese auftritt. Dieser Grundsatz wird von uns bei der Gestaltung von Wertpapierportfolios fortlaufend berücksichtigt.



Renditefaktoren (Renditequellen)

Bei der Betrachtung der internationalen Kapitalmärkte sind nicht nur länderbezogene Aspekte von Bedeutung. Vielmehr spielen auch Aspekte wie Unternehmensgröße (Groß-Unternehmen versus Klein-Unternehmen) und Unternehmenswert (Growth versus Value) eine Rolle, um einen Eindruck davon zu gewinnen, woraus sich die Rendite des Aktienmarktes im Wesentlichen ergibt (Faktoren, Renditequellen).


Abbildung (4): Faktorbezogene Aktien-/Anleihen-Indexrenditen, Ergebnisse 2. Quartal 2019 versus 1. Quartal 2019. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Im Gegensatz zum 1. Quartal 2019 zeigten die einzelnen Faktoren „Unternehmensgröße“ und „Unternehmenswert“ im 2. Quartal 2019 kein einheitliches Bild. Es gab zahlreiche negative wie positive Ergebnisse.


Grundlegend haben das vergangene Quartal über alle Regionen hinweg Growth-Unternehmen (Unternehmen mit höheren Markt-zu-Buchwert-Verhältnissen) besser abgeschnitten als Value-Unternehmen (Unternehmen mit geringeren Markt-zu-Buchwert-Verhältnissen) und Groß-Unternehmen besser als Klein-Unternehmen.


Den höchsten positiven Wertbeitrag im 2. Quartal 2019 leisteten Growth-Unternehmen aus den entwickelten Märkten mit einem Plus von rund 2,90%. Mit minus 3,50% schnitten dagegen Aktien von Klein-Unternehmen in den Schwellenmärkten am schlechtesten ab.

Unabhängig der tatsächlichen Renditedifferenzen zwischen den einzelnen Renditequellen, zeigt die Grafik, wie wichtig neben einer breiten Länderdiversifikation auch eine umfassende Streuung über Groß- und Klein-Unternehmen sowie über Growth- und Value-Unternehmen ist. Faktoren (Renditequellen) und deren Gewichtung innerhalb eines Portfolios können wesentlich dessen Gesamtrendite bestimmen.



Die Entwicklung des Globalen Aktienmarktes


Abbildung (5): Das 2. Quartal 2019 im Kontext der letzten 12 Monate - die kurzfristige Perspektive -. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen

Insgesamt betrachtet konnte der globale Aktienmarkt im 2. Quartal 2019 nicht an die starken Kursgewinne des Vorquartals anknüpfen. Mit einem Plus von 0,70% verzeichnete der globale Aktienmarkt (Entwickelte Märkte, Schwellenländer) im 2. Quartal 2019 eine leicht positive Rendite.

Im langfristigen Kontext der vergangenen Quartalsergebnisse seit 1999 erhöht sich damit die Summe der insgesamt positiven Quartale von 51 auf 52; siehe hierzu nachfolgende Abbildung 6.


Abbildung (6): Die Quartalsergebnisse des globalen Aktienmarktes seit 1. Januar 1999. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Die meisten unserer Anleger wählen die Finanzmärkte als ihre wichtigste Anlageoption - und erfreulicherweise belohnen Finanzmärkte langfristig orientierte Anleger. Die Märkte repräsentieren eine Form der freien Marktwirtschaft - und in der Vergangenheit lieferten freie Märkte langfristige Renditen, welche die Inflation mehr als ausglichen.


Dies wird in der nachfolgenden Abbildung 7 veranschaulicht, in der die Wertentwicklung des globalen Aktienmarktes und kurzfristiger deutscher Geldmarktanlagen (3-Monatsgelder) sowie die Inflationsentwicklung in der Bundesrepublick Deutschland seit 1975 dargestellt wird.


Abbildung (7): Das 2. Quartal 2019 im Kontext der letzten 44 Jahre - die langfristige Perspektive -. Erläuterungen, Risikohinweise und Aktualisierungen siehe Erläuterungen


Diese Daten spiegeln die positive Wirkung von Aktien bei der langfristigen Generierung effektiven Vermögens wider. Der Geldmarktsatz übertraf die Inflation nur geringfügig, während Aktienrenditen die Inflation weit übertroffen und eine erheblich bessere Wertentwicklung als Anleihen verzeichnet haben.

Bitte denken Sie daran, dass die Finanzmärkte Risiken und Unsicherheiten in sich bergen und dass sich historische Ergebnisse in der Zukunft möglicherweise nicht wiederholen. Nichtsdestotrotz gestaltet der Kapitalmarkt laufend Wertpapierpreise, welche die zukünftigen positiven Renditeerwartungen reflektieren, denn sonst würden Anleger ihr Kapital nicht anlegen.



Haben Sie Fragen zu dieser Ausarbeitung? Sie möchten ebenfalls einen Investmentplan für Ihr Vermögen entwickeln? Sprechen Sie uns gerne an.

Risikohinweise

Jede Kapitalanlage ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihrer Kapitalanlage kann fallen oder steigen und kann zum Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Weder vergangene Wertentwicklungen noch Simulationen oder Prognosen haben eine verlässliche Aussagekraft über zukünftige Wertentwicklungen. Es gibt keine Garantie dafür, das Anlagestrategien funktionieren. Bitte beachten Sie hierzu ergänzend unsere allgemeinen Risikohinweise.

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